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Für zeitgemäße Patientenversorgung

Geschäftsführerin Sandra Stöhr, die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping und Chefarzt Dr. Thomas Mayer (v.l.n.r.) durchschneiden im neuen Patientenzimmer symbolisch das rote Band. Damit erfolgt die feierliche Eröffnung des neuen Klinikgebäudes. Foto: Epilepsiezentrum Kleinwachau
Geschäftsführerin Sandra Stöhr, die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping und Chefarzt Dr. Thomas Mayer (v.l.n.r.) durchschneiden im neuen Patientenzimmer symbolisch das rote Band. Damit erfolgt die feierliche Eröffnung des neuen Klinikgebäudes. Foto: Epilepsiezentrum Kleinwachau

Mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro eröffnet das Zentrum einen modernen Neubau für seine Fachklinik für Neurologie und saniert Bestandsgebäude.

Das Epilepsiezentrum Kleinwachau hat ein neues Klinikgebäude eröffnet. Auf rund 2.400 Quadratmetern Nutzfläche bietet das neue „Haus D“ optimale Bedingungen für Diagnostik, Therapie und Pflege von Menschen mit Epilepsie und Anfallserkrankungen. In dem Gebäude sind drei Stationen mit insgesamt 36 Betten untergebracht. Die Ausstattung entspricht neuesten medizinischen und technischen Standards. Sämtliche Patientenzimmer sind videoüberwacht, um epileptische Anfälle jederzeit sicher erfassen zu können – ein entscheidender Baustein moderner Epilepsiediagnostik.

„Unser Klinikneubau ersetzt ein Gebäude, das den Anforderungen einer zeitgemäßen Patientenversorgung nicht mehr gewachsen war“, erklärt Geschäftsführerin Sandra Stöhr. „Ohne die Fördermittel des Freistaates Sachsen hätten wir dieses Projekt nicht realisieren können.“ Rund 5,5 Millionen Euro stammen aus Fördermitteln des Sächsischen Sozialministeriums, die restlichen Mittel trägt das Epilepsiezentrum selbst.

Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Ich freue mich sehr, dass wir mit unserer finanziellen Förderung nicht nur die Schaffung von modernen Behandlungsräumen unterstützen, sondern dass dadurch auch ein Ort der interdisziplinären Zusammenarbeit und der Hoffnung entstanden ist. Damit werden die Lebensbedingungen von Menschen mit Epilepsie und ähnlichen Anfallserkrankungen deutlich verbessert. Wir haben mitgeholfen, einen wichtigen Meilenstein in der Gesundheitsversorgung in dieser ländlichen Region zu schaffen, der weit über Sachsen hinauswirken wird. Mein großer Dank geht an Alle, die dieses Vorhaben mit ihrem Fachwissen und ihrem Engagement unterstützt haben.“
Seit 1889 engagiert sich das Epilepsiezentrum Kleinwachau für Menschen mit Epilepsie. Heute umfasst das Epilepsiezentrum neben der Fachklinik unter anderem Wohnangebote, Werkstätten, Inklusionsunternehmen, Förderschule sowie Kindertagesstätten in Radeberg und Pulsnitz. Die Fachklinik bildet dabei das medizinische Herzstück der Einrichtung. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Thomas Mayer werden auf fünf Stationen rund 1.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr aus dem gesamten Bundesgebiet auf 53 Betten behandelt.

Einzigartige Einrichtung in Mitteldeutschland

Die Spezialisierung auf Epilepsien und komplexe Anfallserkrankungen macht Kleinwachau zu der einzigen Einrichtung mit diesem Profil in Mitteldeutschland. Mit dem Neubau erfolgt keine Erweiterung der Bettenkapazität, dafür sind Behandlung und Aufenthalt nun unter deutlich verbesserten Bedingungen möglich. Besonders profitieren Kinder und ihre Angehörigen. Die Nachfrage nach sogenannten „Rooming-In“-Zimmern, in denen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern untergebracht werden, ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Anzahl der Rooming-In-Zimmer konnte mit dem Neubau verdoppelt werden.

„Für unsere jüngsten Patientinnen und Patienten können wir nun konsequent Rooming-in anbieten – Eltern haben die Möglichkeit, direkt im Zimmer ihres Kindes zu übernachten. Das schafft Nähe, Sicherheit und Stabilität in einer oft belastenden Situation“, so Chefarzt Dr. Thomas Mayer. Der Neubau wurde in Form eines abgerundeten Dreiecks konzipiert. Die offene, helle Architektur mit warmem Licht und freundlichen Farben schafft eine Atmosphäre, die bewusst auf das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten ausgerichtet ist. Jede Station verfügt über 715 Quadratmeter Nutzungsfläche, auf die sich jeweils vier Doppelzimmer und acht Einzelzimmer verteilen. Auch die Stationsstützpunkte für das Pflegepersonal wurden deutlich aufgewertet.

„Neben den Patientinnen und Patienten profitiert vor allem auch unser Klinikpersonal von deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen. Und das nicht nur räumlich. Modernste digitale Beobachtungstechnik unterstützt unser Team dabei, Patientinnen und Patienten engmaschig und zugleich diskret zu betreuen“, erklärt Chefarzt Dr. Thomas Mayer.

Das neue „Haus D“ ersetzt einen sanierungsbedürftigen Plattenbau aus den 1970er-Jahren. Das bisherige Gebäude wird nun bis Ende 2026 umfassend modernisiert. Anschließend entsteht dort Raum für weitere therapeutische Angebote, unter anderem für Physio- und Ergotherapie. So wird die bestehende Bausubstanz sinnvoll weiterentwickelt und bleibt nachhaltig in das Gesamtkonzept des Epilepsiezentrums eingebunden. „Mit dieser Investition bauen wir unsere Spezialisierung konsequent weiter aus. Das Epilepsiezentrum Kleinwachau gehört damit zu den führenden Einrichtungen seiner Art in Ostdeutschland“, so Geschäftsführerin Sandra Stöhr.

Mit dem neuen Klinikgebäude setzt das Epilepsiezentrum Kleinwachau ein klares Signal: Hochspezialisierte Medizin, menschliche Zuwendung und moderne Infrastruktur gehören zusammen – und haben Zukunft.

Text und Foto: Alexander Nuck, Epilepsiezentrum Kleinwachau

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