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Tschechische Fallschirmjäger beteiligen sich an Nato-Übung Steadfast Dart

Symbolbild Fallschirmjäger / pixabay 3345557
Symbolbild Fallschirmjäger / pixabay 3345557

Bei der Nato-Großübung Steadfast Dart in Deutschland proben 10.000 Soldaten die rasche Verlegung an die Ostflanke. Erstmals ist auch ein tschechisches Fallschirmjägerregiment beteiligt.

Noch bis Anfang März läuft in Deutschland die diesjährige Nato-Großübung unter dem Namen Steadfast Dart (Standhafter Pfeil). Ziel ist es, die schnelle Verlegung und Integration von Truppen an die Ostflanke des Bündnisses zu prüfen. Die NATO will in der Lage sein, mehrere Tausend ihrer Soldaten innerhalb von zehn Tagen an jeden möglichen Ort des Bündnisses zu verlegen. Dafür wurde die entsprechende schnelle Eingreiftruppe, die Allied Reaction Force, nach dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine aufgestellt und wird nun in der Übung auf ihre Einsatzfähigkeit getestet. Mit dabei sind 200 tschechische Soldaten, teilte Radio.cz mit.

Die Übung umfasst insgesamt rund 10.000 Soldaten aus elf NATO-Ländern. Zu den beteiligten Staaten zählen unter anderem Spanien, die Türkei und Italien. Die Großübung ist in mehrere Phasen gegliedert: zunächst wurde die Eingreiftruppe aktiviert, anschließend erfolgte die Verlegung der jeweiligen nationalen Kontingente nach Deutschland und schließlich die Abstimmung und Integration der Einheiten in gemeinsame Einsatzszenarien.

Tschechische Spezialeinheit vor Ort

Seit vergangener Woche ist auch eine tschechische Spezialeinheit vor Ort: das 43. Fallschirmjägerregiment aus Chrudim mit mehr als 200 Mann. Die Einheit wird von Jan Janeček befehligt und bringt spezielle Fähigkeiten in die Übung ein. Janeček betont die hohe Mobilität seines Verbandes und die Einsatzflexibilität: „Wir sind in der Lage, sowohl auf dem Landweg mit unseren Land Rover 130 Kajman als auch aus der Luft, und das nicht zuletzt per Fallschirm, ins Feld zu ziehen. Wir stehen zur Verfügung, um unterschiedliche Schlüsselobjekte zu sichern, sodass danach schwerere Truppenteile eingesetzt werden können“, sagte er Radio.cz.

Generalleutnant Václav Vlček präzisierte die strategische Ausrichtung der Übung mit Blick auf Einsatzbereitschaft und Reaktionsfähigkeit: „Die Soldaten sind auf alle möglichen Krisen vorbereitet. In der Nato heißt das 360-Grad-Ansatz. Das bedeutet, zu jeder Zeit an jedem Ort einsatzbereit zu sein. Das Drehbuch der Übung bezieht sich nicht konkret auf einen Teil der Welt. Aber es sollen alle Einheiten der Eingreiftruppe bewegt und integriert werden, sodass jeweils ein Befehl umgesetzt wird.“

Die Übung macht zugleich strukturelle Grenzen der NATO deutlich. Anders als bei nationalen Armeen verfügt das Bündnis nicht über eine gemeinsame Truppe, sondern über eine einheitliche Befehlsstruktur, in der die Mitgliedstaaten jeweils bestimmte Truppen und Fähigkeiten bereitstellen. Dieses Konzept hat Vor- und Nachteile: Es erlaubt politische Kontrolle durch die Staaten, erschwert aber schnelle, einheitliche Einsätze, weil nationale Transportmittel, Ausrüstung und Regeln koordiniert werden müssen.

Die Wiederorientierung der NATO seit 2014, insbesondere nach der russischen Annexion der Krim, hatte den Schutz des Bündnisgebiets wieder in den Fokus gerückt. Steadfast Dart testet nun praktisch, wie schnell und koordiniert Kräfte an bedrohte Regionen verlegt werden können. Die Teilnahme diverser Spezialeinheiten, darunter das tschechische Fallschirmjägerregiment, erhöht die Vielseitigkeit der Übung und demonstriert, wie unterschiedliche Fähigkeiten integriert werden können, um operative Ziele zu erreichen.