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Autonomes Fahren: Tschechien erlaubt Teslas Full Self-Driving

Symbolbild Tesla / pixabay thepassenger
Symbolbild Tesla / pixabay thepassenger

Ab 2026 erlaubt Tschechien autonomes Fahren der Stufe 3. Tesla kann Full Self-Driving (Supervised) zur Zulassung einreichen. Erste Probefahrten in Prag zeigen flüssiges Fahrverhalten.

Ab Anfang 2026 erlaubt die tschechische Gesetzgebung erstmals den Betrieb von Level-3-Systemen, sofern das jeweilige Fahrzeug eine entsprechende Genehmigung erhält. Damit spricht man erstmals von bedingter Automatisierung: Unter klar definierten Bedingungen – etwa volle Funktionsfähigkeit aller Systeme, geeignete Örtlichkeit und günstige Witterungsverhältnisse – kann das Fahrzeug die Fahraufgabe selbst übernehmen. Der Mensch bleibt jedoch als Aufsichtsperson verpflichtet, jederzeit die Kontrolle zu übernehmen.

Der Hersteller Tesla hat angekündigt, die Legalisierung seines Systems Full Self-Driving (Supervised) zu beantragen. Laut Hersteller beherrscht das System Fahrten auf Autobahnen, in Stadtstraßen, an Kreuzungen, in Kreisverkehren und an weiteren Orten. Das System verlangt weiterhin die Aufsicht eines Fahrers, der bei Aufforderung eingreifen muss. Laut Hersteller reduziert das System das Risiko schwerer Unfälle um das bis zu Siebenfache.
Bei einer halbstündigen Probefahrt hinterließ die neue Software-Version einen deutlich reiferen Eindruck. Das Fahrzeug fährt flüssiger und entschlossener, ruckartige Lenkradbewegungen in Kurven sind kaum noch zu spüren. Das System reagiert zügig und gelassen auf den übrigen Verkehr, einschließlich Fußgänger. In mehrspurigen Kreisverkehren zeigte das Auto souveräne Spurwechsel und manövrierte auch um stehende Fahrzeuge im eigenen Fahrstreifen – unterstützt durch klare Blinkerführung.

Aus Fahrersicht ist die Bedienung leicht verständlich. Eine Grafik auf dem Display visualisiert, was das Auto erkennt und wie es reagiert; das hilft bei der Einschätzung der Situation. Das System orientiert sich an Kartendaten und erkannten Verkehrsschildern; eine kleine Toleranz oberhalb des Tempolimits lässt sich einstellen. Gasgeben, Bremsen oder das Greifen ins Lenkrad deaktivieren den Autopiloten sofort. Erfühlt das System mangelnde Aufmerksamkeit oder nicht ausreichende Sicherheit, fordert es den Fahrer zur Übernahme auf.
Tesla setzt bei dieser Architektur ausschließlich auf Kameras in Kombination mit neuronalen Netzen und Kartenmaterial – also ohne Lidar und zusätzliche Sensorik. Diese konsequente Kamera-Strategie bringt Vorteile bei Kosten und Skalierbarkeit, hat aber auch erkennbare Grenzen in schlechter Fahrbahnerkennung und bei unvorhersehbaren Hindernissen.

Die Markteinführung in Europa, einschließlich Tschechien, wartet noch auf die Genehmigung der Regulierungsbehörden; der Hersteller rechnet weiterhin mit einer Entscheidung zu Jahresbeginn. Der Konzern bietet öffentliche Mitfahrgelegenheiten an: Buchungen sind über einen Link auf den Herstellerseiten möglich. Die Fahrten finden in Prag und Brünn vom 9. Februar bis 31. März 2026 statt. Pro Fahrt können zwei weitere Mitfahrer in den Modellen 3, Y, S und X mitfahren. Die Slots sind bereits weitgehend ausgebucht.
Ein System dieser Stufe ist bereits in Ländern wie Australien, Kanada, China, Mexiko, Neuseeland und den USA verfügbar. Während interner Tests haben Fahrzeuge mehr als eine Million Kilometer auf Straßen in 17 europäischen Ländern zurückgelegt. Langfristig bleibt das Ziel des Herstellers, sowohl aktuelle als auch zukünftige Fahrzeuge vollständig autonom und ohne Aufsicht fahren zu lassen. Bis dahin bleibt Stufe 3 ein bedeutsamer Zwischenschritt: technisch anspruchsvoll, rechtlich neuartig und in der Praxis mit Vor- und Nachteilen.

Ein klarer Nachteil fiel jedoch sofort auf: die Ignoranz gegenüber Schlaglöchern. Das System hält strikt die Mitte der Fahrbahn und versucht nicht, große Fahrbahnschäden zu umfahren – ein praktischer Mangel in Regionen mit vielen Winter-Schäden.