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Malerischer Dialog: Modersohn-Becker und Munch in Dresden

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden widmen der Malerin Paula Modersohn-Becker und ihrem Zeitgenossen Edvard Munch eine große Ausstellung (Archivbild).  / Foto: Sina Schuldt/dpa
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden widmen der Malerin Paula Modersohn-Becker und ihrem Zeitgenossen Edvard Munch eine große Ausstellung (Archivbild). / Foto: Sina Schuldt/dpa

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentieren im Albertinum von diesem Sonntag an bis Ende Mai eine Begegnung von Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch mit rund 150 Werken aus Malerei, Zeichnung, Grafik und Skulptur. Zahlreiche Leihgaben aus dem Munchmuseet Oslo und internationalen Sammlungen, darunter Arbeiten von van Gogh, Rodin und Kirchner, sind zu sehen; das Begleitprojekt «Life Letters» verbindet Vergangenheit und Gegenwart und lädt Besucher zur Einreichung eigener Texte zu den großen Fragen des Lebens ein.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) lassen zwei prägende Künstlerpersönlichkeiten der Jahrhundertwende um 1900 in einen Dialog treten. Paula Modersohn-Becker (1876–1907) und Edvard Munch (1863–1944). Im Albertinum der SKD sind ab diesem Sonntag bis Ende Mai 151 Werke zu sehen, teilten die Kunstsammlungen mit. Die Schau vereint Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen, darunter auch Arbeiten von Vincent van Gogh, Auguste Rodin, Ernst Ludwig Kirchner und Lucas Cranach dem Älteren.

Ausstellung pünktlich zum 150. Geburtstag von Modersohn-Becker

Neben Schlüsselwerken aus den Beständen der SKD sind auch Leihgaben aus dem Munchmuseet Oslo und anderen internationalen Museen, Stiftungen und privaten Sammlungen zu sehen - viele davon erstmals in Deutschland, wie es hieß. Anlass ist der 150. Geburtstag von Modersohn-Becker. Sie wurde am 8. Februar 1876 in Dresden geboren und gilt genauso wie Munch als Wegbereiter des Expressionismus. Nach der Eröffnung der Ausstellung am Samstagabend erhält das Publikum erstmals genau am Geburtstag der Künstlerin Zutritt. 

Höchste Zeit für Ehrung Modersohn-Beckers in Dresden

Nach den Worten von SKD-Generaldirektor Bernd Ebert stieß die Schau schon im Vorfeld auf eine große Resonanz. Dresden sei eine feste Bezugsgröße im Leben von Paula Modersohn-Becker. Sie sei hier aufgewachsen und immer wieder in ihre Geburtsstadt zurückgekehrt. Zu Lebzeiten sei ihr eine Ausstellung hier verwehrt geblieben, und auch bis zum heutigen Tag habe es so etwas nicht gegeben. Die Gegenüberstellung mit Edvard Munch unterscheide Dresden zudem von anderen Ausstellungen zu Ehren Modersohn-Beckers 2026. 

Es gibt keine Belege, dass sich Modersohn-Becker und Munch jemals begegnet sind. Die Dresdner Kuratorin Birgit Dalbajewa geht aber davon aus, dass die Künstlerin gerade in Berlin als regelmäßige Besucherin von Ausstellungen über das Schaffen Munchs informiert war. Beide hätten versucht, das Leben in ihre Bilder zu bannen. Im Unterschied zu anderen Künstlern dieser Zeit hätten sie ihre ganz eigenständige, unverwechselbare Form gesucht, unkonventionelle Beobachtungen, Wahrnehmungen oder Gefühle in anderer Form umzusetzen.

Gemeinsames Schaffen in Zeiten des Umbruchs 

Hilke Wagner, Direktorin des Albertinums, nannte noch eine andere Bezugsgröße. Beide hätten in einer Zeit des Umbruchs gelebt. «Das sind Zeiten der Beschleunigung, der Verunsicherung, des Wertewandels.» Diese Themen seien mit Blick auf die Corona-Pandemie, auf Kriege und Veränderungen etwa durch Künstliche Intelligenz überaus aktuell. Modersohn-Becker und Munch hätten sich nicht einem Eskapismus hingegeben, sondern sich angesichts damaliger Unsicherheiten in ihrer Arbeit dem zutiefst Menschlichen gewidmet.

Gäste können sich selbst zu großen Fragen des Lebens einbringen 

Die Ausstellung ist mit dem Untertitel «Die großen Fragen des Lebens» versehen. Das begleitende Projekt «Life Letters» soll Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Gäste der Exposition sind eingeladen, eigene Texte zu ihrer Sicht auf die großen Fragen des Lebens einzureichen.

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