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„Bodenlose Frechheit!“ Darmstadts Kohfeldt wütet nach Rot-Eklat – Dynamo-Coach Stamm fühlt mit

(Bild: mg_pixart)
(Bild: mg_pixart)

Dynamo Dresden holt im Abstiegskampf einen wichtigen 3:1-Sieg. Vermeij mit Doppelpack; die Rote Karte (42.) dominiert die Trainer-Statements.

Dynamo feiert Befreiungsschlag gegen Darmstadt: Viel Lob und Einigkeit beim Schiri-Frust

Aufatmen bei Dynamo Dresden! In einer intensiven Freitagabend-Partie schlagen die Schwarz-Gelben den SV Darmstadt 98 mit 3:1 (2:0). Während die Fans im Stadion den wichtigen Dreier im Abstiegskampf feierten, präsentierten sich die Trainer auf der anschließenden Pressekonferenz bemerkenswert reflektiert – und waren sich in einem Punkt völlig einig.

Es war die Rückkehr der Energie im Rudolf-Harbig-Stadion. Unter Flutlicht zeigte Dynamo von Beginn an, dass die Punkte in der Landeshauptstadt bleiben sollten. Doch neben den Toren von Doppelpacker Vincent Vermeij und Christoph Daferner war es vor allem die Phase kurz vor der Halbzeit, die das Spiel nachhaltig prägte.

"Ein wunderbarer Standort": Kohfeldts Liebeserklärung an Dresden

Trotz der Niederlage zeigte sich Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt (43) nach dem Abpfiff als großer Sportsmann. Statt verbittert zu reagieren, begann er seine Analyse mit einer echten Hommage an Dynamo und das Dresdner Publikum.

„Zunächst einmal: Es war so, wie ich es mir erhofft habe. Es ist ein wunderbarer Standort. Ich liebe es, hier zu spielen“, schwärmte der Lilien-Coach. Auch für die sportliche Entwicklung der SGD unter Thomas Stamm fand er anerkennende Worte. Dass eine Mannschaft im Abstiegskampf so mutigen Ballbesitzfußball spiele und das Feld so groß mache, sei „nicht üblich“ und verdiene höchsten Respekt. „Das verdient Anerkennung und verdient Punkte. Die habt ihr heute bekommen“, gratulierte Kohfeldt fair.

Die strittige Szene: Rot für Pfeiffer 

Doch trotz allen Lobes blieb ein sportliches „Aber“. Der Knackpunkt war die 42. Minute: Darmstadts Pfeiffer rutschte unglücklich aus, Bobzien war dazwischen und wurde kurz vor dem Strafraum zu Fall gebracht. Schiedsrichter Erbst zückte nach kurzem Zögern Rot.

Kohfeldt analysierte die Szene ohne Polemik, aber in der Sache hart. Sein Kritikpunkt: Die mangelnde Verhältnismäßigkeit. Kurz zuvor war Dynamos Keller in einer ähnlichen Situation mit Gelb davongekommen. „In der Situation dann auf Rot zu entscheiden, ist sowohl im Kontext als auch im eigentlichen Sinne der Situation eine bodenlose Frechheit“, erklärte Kohfeldt sachlich. Für ihn habe der Unparteiische damit das Spiel gegen seine Mannschaft entschieden, da zwei Situationen grundlegend unterschiedlich bewertet wurden.

Thomas Stamm: „Kann den Unmut zu 100 Prozent verstehen“

Ungewöhnlich offen schlug Dynamos Coach Thomas Stamm (43) in die gleiche Kerbe. Anstatt sich hinter dem Sieg zu verstecken, gab er seinem Kollegen recht. „Ich hätte heute gerne dieses Spiel mit 11 gegen 11 zu Ende gespielt“, so Stamm, der den Unmut der Gäste absolut nachvollziehen konnte.

Besonders die fehlende Konstanz in der Schiedsrichter-Linie macht auch dem Dynamo-Trainer zu schaffen. „Da geht es am Ende des Tages um eine Linie, die fehlt mir oft. Das ist das, wo wir uns als Trainer am meisten aufregen“, betonte Stamm und erinnerte dabei auch an strittige Szenen aus der Vorwoche.


(PS)