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Mehr Firmen, weniger Jobs: Tschechiens Wirtschaft im Umbruch

Symbolbild Unternehmen / pixabay StartupStockPhotos
Symbolbild Unternehmen / pixabay StartupStockPhotos

Tschechiens Unternehmenslandschaft wächst: 1,3 Mio. Firmen, aber sinkende Zahl der Betriebe mit Angestellten. Viele Neugründungen, hohe Schließungsraten in frühen Jahren.

Tschechiens Unternehmenslandschaft verändert sich deutlich: Zwischen 2010 und 2023 stieg die Zahl der aktiven Unternehmen um fast 22 Prozent, wie das tschechische Statistikamt (ČSÚ) berichtet. Insgesamt waren 2023 rund 1,3 Millionen Unternehmen tätig und sicherten Arbeitsplätze für knapp 4,3 Millionen Menschen. Gleichzeitig sank die Zahl der Betriebe mit Angestellten auf rund 237.000 und damit auf den niedrigsten Stand seit 2014.

Die Branchenverteilung zeigt ein klares Bild: Am stärksten vertreten sind Groß- und Einzelhandel einschließlich Reparatur und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen mit etwa 223.500 Unternehmen, gefolgt von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 213.800 sowie dem Baugewerbe mit 201.500 Betrieben. Trotz dieser Verteilung bleibt die Zahl der Arbeitgeberbetriebe rückläufig, was strukturelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt widerspiegelt.

Im Jahr 2023 entstanden mehr als 120.000 neue Unternehmen, die Arbeitsplätze für über 100.000 Personen schufen. Der Anteil der Neugründungen an allen aktiven Unternehmen lag bei rund neun Prozent und damit leicht unter dem EU-Durchschnitt von 10,4 Prozent. Die meisten Neugründungen wurden im Handel (19.000), im Baugewerbe (18.400) sowie im verarbeitenden Gewerbe (18.400) registriert.

Dem gegenüber stehen hohe Schließungszahlen: Für 2022 meldet das ČSÚ 104.500 Unternehmensschließungen, durch die mehr als 82.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Mit einem Anteil von 8,1 Prozent lag die Schließungsrate nahe am EU-Durchschnitt von 8,4 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen die hohe Dynamik und das unternehmerische Risiko in den ersten Jahren nach Gründung.

Ein Blick auf die Lebensdauer von Start-ups zeigt weitere Herausforderungen: Zwischen 2010 und 2023 überstand nur etwa die Hälfte der neu gegründeten Unternehmen die ersten fünf Jahre. Besonders betroffen sind Handel und Dienstleistungssektor, wo mehr als 55 Prozent der Betriebe innerhalb von fünf Jahren wieder vom Markt verschwinden. Fazit: Mehr Gründungen schaffen Chancen, doch die hohe Fluktuation stellt Unternehmer und Arbeitsmarkt gleichermaßen vor große Aufgaben.

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