Nachts allein im Wald. Das Panzergrenadierbataillon 371 hat in einer Nachtübung die Durchschlageausbildung für Versprengte trainiert. Unter Kälte, Schnee und völliger Dunkelheit mussten die Teilnehmer mit nur einem Notkompass und einer Skizze ihre eigene Truppe wiederfinden. Ziel war es, einfache und belastbare Verfahren zu festigen, die auch unter extremer Erschöpfung anwendbar bleiben. Das teilte die Bundeswehr mit.
Versprengte sind Soldatinnen und Soldaten, die die Verbindung zur eigenen Einheit verloren haben. Nicht das Aufgeben, sondern das selbständige Wiederfinden der Gruppe steht im Mittelpunkt. Die Maßnahmen wurden im Zuge der Rückbesinnung auf Landes- und Bündnisverteidigung überarbeitet und an realistische Bedingungen angepasst. Vor der eigentlichen Durchschlageübung absolvierten die Jäger theoretische und praktische Lehrgänge. Themen waren Versteckbau, Feuermachen und Orientierung im Gelände. Die Nachtaktion forderte viel: Fast jeder Teilnehmer legte mindestens 20 Kilometer zurück, ein Soldat sogar 37 Kilometer und erreichte den Sammelpunkt nach mehr als 17 Stunden. Das Marschieren mit rund 20 Kilogramm Gepäck durch unwegsames, eisglattes und verschneites Gelände erwies sich als harte Belastungsprobe für Willen und Durchhaltevermögen.
Die Übung fand im öffentlichen Raum statt. Dies sorgte für Aufmerksamkeit bei Anwohnern, die schwer bepackte, grün gekleidete Soldaten sahen. Das Bataillon kündigt an, ähnliche Einsätze auch künftig im öffentlichen Raum durchzuführen, um Realitätsnähe und zivil-militärische Präsenz zu kombinieren.