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Ist das Autokennzeichen FG für Freiberg rechtsextrem?

Ein Moritzburger macht sich Gedanken über sein Kfz-Kennzeichen. Es wurde vom Verfassungsschutz als gefährlich eingestuft.

Der Moritzburger Kurt K. macht sich Sorgen. Das Kennzeichen an seinem VW-Transporter beginnt mit FG für Freiberg. Er hat das Fahrzeug bislang noch nicht umgeschrieben, weil man es nicht mehr muss. Kostet ja auch Geld. Doch jetzt überlegt er ernsthaft, sich vielleicht doch noch einen Termin in der Zulassungsstelle zu holen. Die Abkürzung FG steht nämlich auf einer schwarzen Liste.

Erarbeitet hat diese Liste der Verfassungsschutz des Landes Brandenburg. Sie ist veröffentlicht in dem Merkblatt „Missbrauch von Kfz-Kennzeichen“ (Stand 09/2025). Die Behörde weist dabei auf Buchstabenkombinationen mit einem möglichen rechtsextremistischen Hintergrund hin. FG steht dabei für Führer-Geburtstag, WP beispielsweise für White Power oder 25 für Blut und Ehre (Blood & Honour als zweiter und fünfter Buchstabe im Alphabet). 198 soll übrigens Sieg Heil heißen als neunzehnter und achter Buchstabe im Alphabet. Der Verfassungsschutz weist darauf hin, dass diese Buchstabenkombinationen nicht direkt verboten sind, aber als rechtsextrem aufgefasst werden können. Wenn man damit herumfährt, könnten sich politisch anders denkende Personen provoziert oder gar zu Handlungen gegen das Fahrzeug ermuntert fühlen.

Kurt K. wandet sich deshalb an den Landrat des Landkreises Mittelsachsen Sven Krüger, der diese Buchstabenkombination für die Region Freiberg verwendet. Krüger sieht das Kennzeichen FG als rechtmäßig an. Zur Publikation des Brandenburger Verfassungsschutzes möchte er sich nicht äußern. Zudem weist er auf die Möglichkeit einer Ummeldung des Fahrzeuges zum eigentlichen Wohnort hin.

Das erwägt Kurt K.jetzt auch, fragt aber noch einmal an im Brandenburger Innenministerium, Abteilung Verfassungsschutz, ob die Behörde nicht die Kosten dafür von geschätzt 90 Euro übernimmt. Begründung: durch das genannte Merkblatt entstehe für ihn eine Stigmatisierungs- und Gefahrenlage im öffentlichen Raum. Möglich wäre es natürlich auch, das ganze Faltblatt einfach zurückzunehmen. 

Text: Ulf Mallek

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