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Einsatz für Dresden: Was Feuerwehr und Rettungsdienst 2025 geleistet haben

Symbolbild Rettungsdienst / pixabay TechLine
Symbolbild Rettungsdienst / pixabay TechLine

179.051 Einsätze, Rekord-Evakuierung, zwölf Großbrände: Dresdens Feuerwehr und Rettungsdienst ziehen Bilanz für ein außergewöhnliches Jahr 2025.

Feuerwehr und Rettungsdienst der Landeshauptstadt Dresden haben im Jahr 2025 insgesamt 179.051 Einsätze bewältigt und damit das hohe Niveau des Vorjahres gehalten. Prägend für das Einsatzjahr waren mehrere außergewöhnliche Lagen – allen voran die Kampfmittelfunde an der Carolabrücke sowie zwei Großbrände am selben Tag, die einen massiven Kräfteansatz erforderten.

Rekord-Evakuierung: 17.000 Menschen in Sicherheit gebracht

Zwei herausragende Einsätze waren die Kampfmittelfunde an der Carolabrücke am 8. Januar und am 5. August 2025. Während zu Jahresbeginn rund 10.000 Menschen evakuiert werden mussten, erforderte der Sicherheitsradius im August die Evakuierung von etwa 17.000 Menschen – so viele wie noch nie zuvor bei einem Kampfmittelfund in Dresden. Besonders herausfordernd: Bei beiden Evakuierungen lag auch das Neue Rathaus im Sperrbereich und musste geräumt werden. Die Feuerwehr Dresden übernahm zentrale Aufgaben in der Einsatzleitung, der Gefahrenabwehr und der logistischen Absicherung.

Sicherheitsbürgermeister Jan Pratzka würdigt den Einsatz: "Dass dies geordnet, ruhig und ohne Zwischenfälle gelang, ist dem engen Zusammenspiel von Feuerwehr, Polizei, Stadtverwaltung, Hilfsorganisationen und vielen weiteren starken Partnern zu verdanken – insbesondere auch dem ehrenamtlichen Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr und im Sanitätsdienst."

Zwei Großbrände am gleichen Tag binden massive Kräfte

Die Feuerwehr Dresden verzeichnete 2025 insgesamt zwölf Großbrände – ein Anstieg von 33,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Außergewöhnlich war der 6. Juni: Zunächst brannte ein leerstehendes Gebäude auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs in der Leipziger Vorstadt. Wegen massiver Rauchentwicklung musste die Bevölkerung gewarnt werden. Am Abend desselben Tages stand die ehemalige Staatsoperette an der Pirnaer Landstraße in Leuben in Flammen. Aufgrund der Einsturzgefahr war kein Innenangriff möglich – das Dach musste kontrolliert durchbrennen. Zwei Einsatzkräfte wurden verletzt.

Kritische Wohnungsbrände fordern Menschenleben

Wohnungsbrände bleiben eine der gefährlichsten Einsatzlagen. Am 15. Februar brannte eine Wohnung in der 11. Etage eines Hochhauses in der Bundschuhstraße. Fünf Menschen wurden verletzt, drei konnten gerettet werden, zwei verstarben trotz sofortiger medizinischer Versorgung. Am 23. Juli stand eine Wohnung in der 15. Etage am Albert-Wolf-Platz in Vollbrand – ein Feuerwehrangehöriger erlitt einen Atemschutznotfall. Am 11. Dezember brannte eine Wohnung an der Stauffenbergallee vollständig aus – eine Person kam schwer verletzt ins Krankenhaus, drei weitere wurden gerettet.

Diese Einsätze unterstreichen die lebensrettende Bedeutung von Heimrauchmeldern, die Brände frühzeitig erkennen und wertvolle Zeit zur Selbstrettung verschaffen.

Rettungsdienst: Über 169.000 Einsätze bewältigt

Der Rettungsdienst stellte mit über 94 Prozent den überwiegenden Anteil des Einsatzgeschehens. Die Berufsfeuerwehr sowie Deutsches Rotes Kreuz und Malteser Hilfsdienst bewältigten 169.032 Einsätze. Die Rettungswageneinsätze stiegen auf 92.935 (+2,5 Prozent), Notarzteinsätze auf 24.674 (+0,8 Prozent). Deutlich zugenommen haben Intensivtransporte mit 365 Einsätzen (+13 Prozent).

Gewalt gegen Einsatzkräfte nicht toleriert

Auch 2025 kam es erneut zu Aggressionen gegen Einsatzkräfte. Ein gravierender Vorfall ereignete sich im Dezember in der Neustadt: Ein Patient brach im Rettungswagen plötzlich in massive Gewalt aus. Die Besatzung musste sich in Sicherheit bringen. Der Patient flüchtete, entwendete medizinisches Equipment und beschädigte das Fahrzeug erheblich. Erst die Polizei konnte die Situation unter Kontrolle bringen.

Dr. Michael Katzsch, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes, stellt klar: "Respekt ist keine Einbahnstraße. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, muss akzeptieren, dass unsere Einsatzkräfte ihre Arbeit ohne Angst vor Bedrohung oder Gewalt verrichten können." Alle Vorfälle werden konsequent dokumentiert und angezeigt.

Leitstelle disponierte fast 300.000 Einsatzereignisse

Die Integrierte Regionalleitstelle Dresden, in der auch Notrufe aus den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eingehen, disponierte 2025 insgesamt 298.549 Einsatzereignisse. Dabei wurden 754.191 Anrufe entgegengenommen, davon 198.059 über den Notruf 112. Im Dezember konnte das Richtfest für ein Interimsgebäude gefeiert werden, das ab Spätsommer 2026 zusätzliche Sozial- und Ruheräume bieten soll.

Ehrenamt bleibt unverzichtbar

Die Gesamtpersonalstärke lag 2025 bei 2.322 Angehörigen. Die Berufsfeuerwehr stellte 918 Einsatzkräfte, die Freiwillige Feuerwehr 555 aktive Einsatzkräfte. Die Nachwuchsarbeit bleibt mit 418 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr und 24 Kindern in der Kinderfeuerwehr wichtig für die Zukunft.

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