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Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr ausgeweitet

In Magdeburg wird bis in die Nacht auf Sonntag gestreikt. (Archivbild) / Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
In Magdeburg wird bis in die Nacht auf Sonntag gestreikt. (Archivbild) / Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

In Sachsen-Anhalt wird im ÖPNV schon seit Donnerstag gestreikt. Nun macht die Gewerkschaft Verdi auch in Halle und Dessau Druck.

Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr in Sachsen-Anhalt ausgeweitet. Nach Magdeburg und dem Burgenlandkreis am Vortag liefen Aktionen am Freitagmorgen auch in Halle und Dessau an. Sie sollen noch bis Sonntagmorgen gehen. Die Magdeburger Verkehrsbetriebe teilten mit, ein Notfahrplan sei am zweiten Streiktag stabil. Zwei Straßenbahnlinien und zwei Buslinien seien im Einsatz. Am Samstag werde es aber keinen Notverkehr geben. Alle Busse und Bahnen stehen dann still.

Stimmung unter den Beschäftigten wird als gut beschrieben

«Wir sind sehr zufrieden. Die Stimmung ist sehr gut. Die Leute freuen sich über gutes Wetter, auch wenn der Arbeitgeber eisig bleibt», sagte Gewerkschaftssekretär Wieland Kämpfe in Dessau. Die Kollegen seien sehr bereit, für ihre Belange einzutreten. Ähnlich äußerte sich Verdi in Halle: «Es fahren keine Bahnen und Busse.» Die Beschäftigten würden für ihre Zukunft einstehen. 

Einführung der 35-Stunden-Woche oder Wahlmodell

Die Gewerkschaft fordert unter anderem die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Als Alternative schlägt Verdi ein Wahlmodell vor, das freiwillig längere Arbeitszeiten gegen Geld, zusätzliche freie Tage oder Zeitgutschriften ermöglicht. Für die Arbeit in der Nacht und an den Wochenenden werden höhere Zuschläge verlangt. 

Verdi verlangt Ruhezeiten ohne Unterbrechung 

Zudem pocht die Gewerkschaft auf verlässliche Ruhezeiten. Es müsse ununterbrochene Ruhezeiten ohne Ausnahmen geben, um Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu schützen. Ferner verlangt Verdi Verbesserungen für Auszubildende, etwa durch mehr Freistellungen für die Prüfungsvorbereitung und die Übernahme der Kosten für den Führerschein. 

Gewerkschaft spricht von enormer Belastung der Beschäftigten

«Überall hören wir das gleiche: kein Spielraum bei der Arbeitszeit, kein ernstzunehmendes Angebot zur Entlastung. Gleichzeitig wissen alle um die enorme Belastung in den Betrieben. Die kommunalen Arbeitgeber versuchen, die strukturelle Unterfinanzierung des ÖPNV auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Das lassen wir nicht zu», erklärte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt.

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